
Heute war nichts mit Trampolin am Morgen – dicke Wolken hingen am Himmel und es regnete. Viel Zeit wäre ohnehin nicht gewesen da wir zum sogenannten Blutritt nach Weingarten wollten. Der Bluttritt ist Europas größte Pferdeprozession die jedes Jahr am Freitag, dem Blutfreitag, nach Christi Himmelfahrt gefeiert wird. Der Blutritt findet zu Ehren der Heilig Blut Relique statt und geht bis auf das frühe Mittelalter zurück. Knapp 3000 Reiter jeder mit Zylinder, Frack und Schärpe in den Farben seiner Ortsgruppe auf den unterschiedlichsten Pferderassen begleitet von mehreren Blaskapellen ziehen durch Weingarten. Dazwischen sieht man immer mal wieder einen Pfarrer hoch zu Ross begleitet von ein paar Messdienern – natürlich ebenfalls zu Pferd oder Pony. Ein Schauspiel das auch den Nicht-Pferdebegeisterten in seinen Bann zieht.
Philipp war hin und her gerissen. Auf der einen Seite konnte er sich an den Pferden nicht satt sehen, auf der anderen Seite waren ihm die Musikkapellen viel zu laut und die Pferde doch eigentlich viel zu groß. So beschlossen wir uns noch Deutschlands größte Barockbasilika anzuschauen und am Nachmittag einen Rundgang durch Ravensburg zu unternehmen. Auf dem Weg zum Auto haben wir dann noch die Segnung von Pferd und Reiter durch den Bischof beigewohnt und unseren Segen für den restlichen Urlaub abgeholt.
In Ravensburg sind wir dann gemütlich durch die Fußgängerzone mit ihren historischen Bauten geschlendert und Philipp hat sich an einem Spielplatz müde gespielt während Mama und Papa leckeren Kuchen gegessen haben. Kurz darauf ist Philipp dann auch eingeschlafen und wir konnten den Stadtrundgang in aller Ruhe fortsetzen. Ravensburg ist wirklich ein sehr schönes Städtchen. Dann mußten wir schnellstens zurück. Philipp mußte Pippi und seit neustem geht das nur noch auf dem Misthaufen. Nach der all-abendlichen Trampolin Session haben wir noch eine Erkundungstour über den Hof gemacht. Es gibt immer wieder spannendes zu entdecken.
Gerade eben kam er – unter dem Vorwand Pipi machen zu müssen – nochmal aus seinem Bett herausgekrabbelt und fragte:“Was macht ihr hier eigentlich?“
