So kann der Tag beginnen. Luisa bringt mir den ersten Kaffee ans Bett während Philipp und Chrissi auf der Terrasse den Frühstückstisch decken.
Mit den Klänge zu „Careless Whisper“ und ein imaginäres Saxophon Solo von Luisa wurde ich dann zum Frühstück gerufen – mit vollen Verwöhnprogramm.
Zuerst gab es das obligatorische Vatertags-Bier in Form von 8 verschiedenen Sorten Craft-Bier verziert mit einer wunderschönen Holzsägearbeit von Philipp in Form einer Tulpe. Luisa überraschte mich mit einem sehr leckeren, selbstgebackenen Marmorkuchen mit besonderem Inhalt. Beim Anschneiden des Kuchens purzelten aus der Mitte ganz viele M&M’s – Überraschungen gelungen. Zum krönenden Abschluss gab es dann noch eine Erdbeer-Biskuitrolle von Chrissi. Im Schlaraffenland kann es nicht schöner sein.
Nach einem ausgiebigen und sehr kalorienreichen Frühstück fing Chrissi mit den Kindern an in unserem Familienblog aus vergangenen Tagen vorzulesen und hatten sehr viel Spaß daran. Über die Jahre haben wir ihn leider sehr vernachlässigt. Die Begeisterung von Philipp und Luisa zeigte mir jedoch, das wir dem Familientagebuch wieder etwas mehr Zeit widmen sollten.
Zum Vatertag hatte ich mir eine Fahrradtour mit der ganzen Familie gewünscht. Das Wetter bei knapp 24 Grad, wenigen Wolken und ein leichtes kühlendes Lüftchen waren dazu perfekt. Gegen 11 Uhr haben wir unsere Fahrradklamotten angezogen, einen leichten Fahrradrucksack gepackt und haben uns auf den Weg gemacht.
Meist gehen unsere Radtouren ins südliche Ried Richtung Weinheim. Um mal etwas neues zu Entdecken hatte ich heute eine Tour Richtung Norden geplant. Zuerst ging es Richtung Bensheim bis zum Soldatenfriedhof. Da Philipp das Thema Drittes Reich gerade in der Schule durchnimmt, haben wir uns etwas Zeit genommen um über den Friedhof zu gehen. Das viele der hier begraben Soldaten kaum älter wie 25 Jahre waren hat unsere Kinder sehr nachdenklich gemacht.

Weiter ging es an unverschämt lecker riechenden Erdbeerfeldern Richtung Niederwaldsee. Alle kleinen Buchten am See waren belegt haben aber dann doch noch ein Plätzchen mit herrlichen Blick auf das Wasser gefunden. Bei einer kurzen Rast haben wir Libellen, Kaulquappen und sogar ein Aal beobachtet.

Als wir nach dem Niederwaldsee durch das nahegelegene Rodau gefahren sind, hat sich bei Luisa der Hunger bemerkbar gemacht. Zwar wollten wir am Abend grillen, aber bis dahin waren es noch ein paar Stunden und mit knurrenden Magen Fahrrad fahren geht garnicht. Kurzentschlossen sind wir in die Pizzeria Trattoria eingekehrt an der wir zufällig vorbei gefahren sind. Ein absoluter Glücksfall wie sich heraus stellen sollte. Neben einem sehr freundlichen und lustigen Wirt gab es hier mit Abstand die beste Pizza die ich seit langem gegessen hatte. Auch der italienische Salat von Chrissi sah sehr gut und frisch aus und genauso hat er auch geschmeckt. Hier waren wir mit Sicherheit nicht das letzte mal zu Gast.

Die ersten Kilometer nach diesem leckeren Mittagessen vielen etwas schwerer. Nach Rodau ging es über befestigte Feld- und Waldwege über Langewade, Tierpark Jägersburger Wald nach Schwanheim. Von hieraus ging es dann auf bekannten Wegen über Lorsch wieder nach Hause. Am Ende hatten wir satte 39 km hinter uns gebracht und wieder viel Neues entdeckt.
Jetzt stand erstmal Ausruhen auf dem Programm. Chrissi hat es sich im Garten auf der Liege gemütlich gemacht, Philipp zog sich in sein Zimmer mit der PS4 zurück, Luisa hat sich am iPad kreativ ausgetobt und gezeichnet und ich habe mir das erste kühle Craft-Bier gegönnt.

Zum Abendessen wurde dann der Grill angeworfen. Da haben noch zwei Dry-Aged Entrecòte auf ihren Verzehr gewartet und so fand ein absolut perfekter Vatertag seinen perfekten Abschluss mit der Erkenntnis die beste Familie zu haben die man sich nur wünschen kann.






