Heute war Chrissi-Tag und ein langgehegter Wunsch ging in Erfüllung – ein Besuch in Venedig. Ich war in meiner Jugend schon 3x in Venedig gewesen und sah dem Besuch daher mit eher neutralen Gefühlen entgegen und machte mir mehr Sorgen das unsere Kinder in dem Gewühl von Menschen und kleinen Gassen nicht verloren gehen.
Mit 7 Uhr sind wir heute quasi mitten in der Nacht aufgestanden. Wir wollten in Fusima mit dem Schiff nach Venedig übersetzen und hatten eine Stunde Autofahrt vor uns. Der Parkplatz in Fusami ist gleich in der Nähe der Anlegestelle der Fähre und mit 10€ auch noch bezahlbar. An der Fähre angekommen haben wir gemerkt das wir auf dem Schiff keine Fahrkarten kaufen können. Also bin ich noch mal zum Parkplatz gespurtet um Fahrkarten zu kaufen und bin gerade noch rechtzeitig zur Anlagestelle gekommen. Schon geschwitzt bevor wir überhaupt richtig gestartet sind.
Als die Fähre abgelegt hatte war Chrissi schon die Vorfreude richtig anzusehen und als die Siluette von Venedig am Horizont auftauchte war sie kaum noch zu halten. Ich muss zugeben der Anblick war schon beeindruckend und auch in mir stellte sich so langsam die Vorfreude ein.
In Venedig angekommen ging es dann Richtung Markus Platz dabei kamen wir nur sehr langsam vorwärts denn an jeder Ecke gab es etwas zu entdecken. Luisa sind natürlich gleich die Karnevalmasken aufgefallen und ist in fast jedes Geschäft gestürmt um sie sich anzuschauen. Für Philipp wurde es zum Volkssport krampfhaft seine 12€ Taschengeld unter die Leute zu bringen. Dabei wechselte das Objekt seiner Begierde minütlich. Mal wir es eine BaseCap, mal ein gefälschtes Fußpaltrikot und anderen Schund was gegen Ende es Tages recht nervig wurde und wir ihne das ein ödere andere mal wieder Erden mußten.
Chrissi hingegen saugte vörmlich jede Kleinigkeit die sie entdeckte förmlich in sich auf. Hier eine kleine Gasse, dort eine verwunsche Brücke über ein noch verwunscheneren Kanal, eine Gondel, eine Dachterasse und ……
Ich hingegen musste mir inzwischen eingestehen das Venedig doch sehr faszinierend und nicht so voll und muffelig wie befürchtet ist. Was mir meine liebe Frau durch die eine oder andere Spitze liebevoll zu verstehen gab. Selbst die Kids konnten sich einer gewissen Phastination nicht entziehen. An einer Stelle, zum Beispiel, tummelten sich etliche Gondoleries und aus unserer Sicht ging es drunter und drüber. Da schoben sich die Gondeln links und rechts an einander vorbei, Gondoleries schrieen sich gegenseitig an und doch blieb das große Chaos auf wundersame Weise aus. Philipp (und auch wir) waren so fasziniert, dass er gar nicht mehr weiter wollte.

Mit Blick auf die Uhrzeit und auf das was wir noch alles sehen wollten, würde ich nun zu
einem sanften Antreiber. Immer das Sapagt zwischen drängen und Zeit für Besichtigungen. Das klappte mal mehr oder weniger gut. Auf dem Makusplatz standen neben des großartigem Panoramablicks natürlich die Tauben im Vordergrund. Luisa versuchte verzweifelt das sich eine Taube auf ihrem Arm niederläßt. Nach etlichenVersuchen und Tränen der Entäuschung hat es dann doch noch geklappt und wir konnten mit einer glücklichen Tochter auf den Glockentrum hochfahren. Oben erwartete uns ein überwältigender Ausblick über Venedig der sich hier schwer beschreiben lässt und man einfach gesehen haben muss.
Wieder unten angekommen ging es zur Seufzerbrücke und anschließend weiter Richtung Rialto Brücke. Für die Besichtigung des Makus Doms hat es wegen der langen Anstehzeit in praller Sonne leider nicht mehr gereicht.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, unzähligen Geschäften mit Masken, Mützen, Trikots, wunderschönen kleinen Plätzen, Brücken, Kanäle und Gässchen, erreichten wir endlich die Rialto Brücke. Aber welche Entäuschung. Wie auch schon in Rom scheinen sämtliche Sehenswürdigkeiten in Italien dieses Jahr renoviert zu werden. Die komplette Brücke war eingerüstet und lediglich eine bedruckte Plane ließ ungefähr erahnen wie prächtig die Brücke in Wirklichkeit aussah. Ich selbst hatte aus meiner Jugend nur noch eine vage Vorstellung somal man mit 15 sich kaum für sowas interessiert hat.
Von nun an ging es gemütlich aber zielstrebig wieder Richtung Fähre und wir entdecken noch die ein oder andere schöne Ecke. Die Kids hielten sich bemerkenswert tapfer so das wir die komplette Tour zu Fuß zurücklegen könnten. Genen 18:30 ging es mit er Fähre zurück nach Fusima mit einer sehr überglücklichen und zufriedenen Chrissi an Bord ( wie ich übrigens auch).
Aber wer nun denkt das unsere Kinder nach dem anstrengenden Tag hundemüde ins Bett gefallen sind irrt sich gewaltig. Pünktlich zur Kinderdisco sind wir wieder am Campingplatz angekommen und anschließend ging es noch bis 23 Uhr auf den Spielplatz zum Nachlauf spielen. Wo nehmen die nur ihre Energie her.

